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Die ungenutzten Potentiale der Plattform-Ökonomie im B2B-Umfeld

Was ist Plattform-Ökonomie?

Unter der Bezeichnung „Plattform-Ökonomie“ sind Prozesse zu verstehen, die „Anbieter und Interessenten ganzheitlich auf einer digitalen Plattform zusammenzubringen“ (Lauchenauer, 2020). Beispiele finden sich sowohl im B2C-, als auch im B2B Bereich.
Den B2C Bereich betrachtend, fallen Unternehmen wie Lieferando oder Amazon ins Auge. Lieferando bringt als Lieferdienst Hungrige und die Gastronomie zusammen, während Amazon eine Plattform für Kunden und Produkte aller Art darstellt.

 

Warum das Thema aktueller denn je ist:

Wichtig ist, dass der Wandel zur Digitalisierung unwiderruflich voranschreitet und somit auch das alltägliche Leben in den digitalen Bereich überführt. Die Pandemie gilt dabei als Beschleuniger des Prozesses der Digitalisierung. Durch sie verändert sich das Nutzerverhalten stark von dem lokalen Einkauf, hin zum digitalen Bestellen.

 

Wer den Markt verändern könnte:

Im Vergleich mit dem B2C Bereich, sind die Potentiale der Plattform-Ökonomie im B2B Bereich noch größer. Grund dafür ist die stärkere Skalierbarkeit eines Vorgangs, nach dessen Automatisierung. Dennoch gilt der B2B Bereich als vergleichbar unerschlossen. Zukünftig führende Unternehmen könnten aktuelle Marktführer sein, indem sie sich über eine Plattform den Markt öffnen. Somit ermöglichen sie einen breiteren Wettbewerb. Trotz der Stärke der Großunternehmen sind es oft eher kleine, junge Unternehmen, die den schwerfälligen Markt verändern. Größere Unternehmen können oft nicht dem schnellen Wandel des Marktes folgen (Schmidt, Warenausgang.com, 2018).Dementsprechend ist das Profil der zukünftig führenden Unternehmen aus heutiger Sicht unklar.


Welche Vorteile bietet die Plattform-Ökonomie?

Ein plattform-basiertes Unternehmen ist variabel einsetzbar. Es bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, Synergieeffekte in verschiedensten Bereichen zu nutzen. Der Eintritt in diese Art von Geschäftsmodell ist sehr schwer, weil sich die Vorteile durch Automatisierungen erst ab einer kritischen Menge ergeben. Während der Kunde ein breites Angebot auf einer Plattform erwartet, benötigen die Händler einen großen Kundenstamm. Daraus ergibt sich eine gegenseitige Abhängigkeit. Im B2B Bereich ergeben sich vergleichbare Probleme durch die hohen Umstellungskosten auf die neuen Vertriebskanäle, sowie die Wirtschaftlichkeit. Ab einer kritischen Masse an Nutzern ein starkes organisches Wachstum möglich. Allgemeinprofitiert der Plattform-Betreiber stark von der Kundenbindung, einem sich kontinuierlich erweiterten Sortiment, sowie großen Mengen an maschinell generierten Prozessdaten. Diese ermöglichen präzise Suchergebnisse. Darauf aufbauend verstärkt der sogenannte Netzwerkeffekt den Sog von weiteren Produzenten hin zur Plattform. Sowohl Kunden als auch Produzenten können durch entsprechende Maßnahmen und entstehende Wechselbarrieren an die Plattform gebunden werden. Die entstehenden Wechselbarrieren sind Teil des Lock-in-Effektes. Ein Anbieterwechsel ist für den Kunden mit Kosten und Aufwand verbunden, wodurch eine kontinuierlich steigende Nutzerzahl sichergestellt ist. Gleichzeitig steigt der Nutzen der Plattformenexponentiell durch Angebote, die sich mehr und mehr dem Optimum des Marktes annähern.

  

 Beispiel zu den Vorteilen der Plattform-Lösung:

Im B2B Bereich co-existiert heutzutage verschiedenste Software mit einem hohen Überschneidungsgrad. In einem offenen Markt ergeben sich enorme Einsparpotentiale und Fortschritte. Ein Beispiel ist Android, welche unter dem Ziel eines erhöhten Kundennutzens Drittanbieter in ihr System inkludieren. Das damit verbundene Konzept nennt sich „sharing economy“ und beschreibt das Nutzen von sonst ungenutzten Potentialen durch plattformübergreife Verknüpfungen von Funktionen (IONOS, 2019). Im industriellen Bereich existieren derartige Verbindungen aktuell nur bedingt (Bergheim, 2017). Somit ermöglicht die Plattform-Ökonomie weitere Synergien und schafft Möglichkeiten zur Partizipation am großen Markt für spezialisierte Kleinunternehmen.

 

Plattform-Generationen und technischer Ausblick:

Entlang der Aufteilung des Bundesverband Industrie und Kommunikation (bvik), ist die Plattform-Ökonomie in vier Generationen aufzuteilen. Während in der ersten Generation nur eine einfache Plattform, ohne weitere Analyse von Daten Anwendung findet, sind in der vierten Generation digitale Services, KIs und APIs, sowie innovative Elemente der Standard. Das beste Beispiel im B2C Bereich dafür ist WeChat. Die App bietet eine all-in-one Plattform, die vom Messenger über eine Bezahlfunktion (inklusive Miete, Lebensmittel, Internetbestellungen) bis zum Buchen von Handwerkern alle Funktionen einschließt und so ein vollständiges Ökosystem schafft.

 

Wirtschaftlicher Ausblick:

Durch die steigende Wirtschaftlichkeit einer Plattform durch Größe, werden kleinere Unternehmen verstärkt an Plattformen gebunden (Rüchardt, 2019). Folglich sind die erfolgreichsten Unternehmen der Welt (Apple, Alibaba, Amazon, Tencent etc.) auch die erfolgreichsten Nutzer der Plattform-Ökonomie. Das MIT geht davon aus, dass bereits circa 10% des Weltbruttoinlandsproduktes in den neuen Markt überführt wurden (Stand 2018). In Zukunft wird dieser Trend sich weiterentwickeln und ein weiteres Wachstum, bzw. eine Umstrukturierung des Weltmarktes ermöglichen (Schmidt, Warenausgang.com, 2018).
Bei Betrachtung derartiger Beispiele wird offensichtlich, dass die Plattform-Ökonomie zahlreiche Möglichkeiten für das Erschließen neuer Märkte und die Entwicklung bzw. Erweiterung von Geschäftsmodellen bietet. Zu diesem Urteil kam Dr. Holger Schmidt ebenfalls in seinem Beitrag auf dem „Tag der Industriekommunikation 2019“: „Die klassisch-linearen Geschäftsmodelle werden zunehmend von Plattform-Modellen ersetzt. Außerdem trägt die Digitalisierung dazu bei, dass zum herkömmlichen Produktgeschäft immer mehr datengetriebene Services hinzukommen und es zum Teil ablösen.“.
Im B2B Bereich lassen sich heute noch keine Beispiele einer nahezu vollendeten Plattform nennen. Dementsprechend steht der Markt neuen, aufstrebenden Unternehmen offen.

 

sourc-e öffnet den Druckmarkt für Unternehmen, durch die Bereitstellung einer Plattform für Print- und Verpackungsbedarfe auf B2B Ebene. So entsteht ein wachsendes Netzwerk aus Lieferanten, dass zunehmend den gesamten Bedarf der Kunden abdecken kann. Mit momentan 250 angeschlossenen Lieferanten in 15 Ländern stellt die Plattform bereits ein breites Spektrum an Möglichkeiten. Jegliche Aufträge werden neutral über die Plattform abgewickelt und somit ein effizienter Markt gewährleistet. Die Plattform wächst sukzessive weiter, in dem Lieferanten auch zu Kunden werden: Sie beschaffen Bedarfe, welche sie selber nicht (effizient) produzieren können und bieten ihren Kunden somit Mehrwerte ohne dabei an Produktionsqualität zu verlieren.



Fazit:

Die Plattform-Ökonomie erschafft einen digitalen Marktplatz mit neuen wirtschaftlichen Möglichkeiten. Die Plattformen arbeiten automatisiert und nehmen eine neutrale Position ein. Durch die voranschreitende Entwicklung von KIs und weiteren Techniken werden die Plattformen zukünftig weitere Funktionen übernehmen und dem Kunden somit stark individualisierte Angebote anbieten können.
Insgesamt ermöglichen die Plattformen einen offenen Markt und stellen allen Firmen eine Möglichkeit dar, am Markt zu partizipieren. Zukünftig werden Plattformlösungen wie WeChat weltweit und in den verschiedenen Nischen etabliert werden.

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